Was bedeutet der Formationsflug der Zugvögel?
Wenn es Herbst wird, kann man immer wieder Zugvögel beobachten, sich auf den Weg in ihre Winterquartiere machen. Doch warum reisen sie in Schwärmen und in V-Form? Das hat mehrere Gründe. Die bisher erforschten werden hier genannt.

Zugvögel reisen in Schwärmen, weil sie so sicherer vor ihren natürlichen Feinden sind. Eine so große Ansammlung hat abschreckende Wirkung, daher reisen Zugvögel unter anderem aus Sicherheitsgründen im gebündelten Verband. Dabei wechseln sich die Tiere in der Führung und Position innerhalb der Formation ab, was die Kräfte der Tiere schont.
Energiesparen
Ein anderer Aspekt des Fluges in einer V-Form ist der Luftwiderstand, den jeder Vogel beim Fliegen zu überwinden hat. Vorn und am Rand zu fliegen, bringt den größten Luftwiderstand mit sich und kostet die meiste Energie. Dort werden also die kräftigsten und gesündesten Vögel zu finden sein. Innerhalb einer solchen Formation achten die Vögel darauf, dass schwächere und kranke Vögel geschont werden. Die beste Position um weniger Energie verbrauchen zu müssen, ist die Mitte und hinten. Man könnte sagen, dass diese Vögel sozial handeln. Ein Nebeneffekt ist, dass alle dadurch schneller vorankommen.
Und wie funktioniert das?
Die V-Form hat also eine aerodynamische Wirkung. Ähnlich wie bei einem Flugzeug, welches den “Tragflächenwirbel” nutzt, verhält es sich auch bei der V-Formation der Zugvögel. Damit dieser Vorteil genutzt werden kann, wird eine breitere Variante der V-Form gewählt. Ein sehr schmales “V” würde den Effekt mindern. Einfach erklärt funktioniert es so: Die Luft, die sich bei den fliegenden Vögeln vorne und an den Seiten bildet, sammelt sich am Ende der Formation und strömt dann wieder nach vorne. Dort gibt sie wieder Auftrieb. Würden die Vögel alle in einer Reihe hintereinander fliegen, gäbe es diesen positiven Effekt nicht. Nebenbei wäre auch die Schutzfunktion gegen natürliche Feinde nicht mehr gegeben.